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Oder wie Rilke schrieb: «Man muss Erinnerungen haben an viele Liebesnächte, von denen keine der anderen glich . .» Apropos Liebe – auch das lerne ich: Man kann sich stets von neuem temporär und mitunter parallel verlieben – es muss nicht immer gleich der Mann fürs Leben sein. Ich bin auf Reisen und greife auf die altbewährte Ich-bin-Touristin-zeig-mir-deine-Stadt-Nummer zurück. Wir treffen uns an einem Ausgehort, wo Touristen sonst nicht hinkommen.

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Ich antworte ihm, ich sei Touristin, nur kurz in der Stadt und interessierte mich für Antiquitäten. Das war ein Anfängerinnenfehler; ich hätte in seinem Profil seine Grösse checken sollen.

Schon sind wir am Chatten, als seien wir alte Bekannte. Aber beim Liegen fällt zumindest dieser Grössenunterschied nicht ins Gewicht.

Ich scheine ihm suspekt zu sein, weil ich so rasch so willig bin; als hätten Frauen nie Lust auf unkomplizierten Sex. «Zum Beispiel, ob sich im Schrank ein mit einem Messer bewaffneter eifersüchtiger Ehemann versteckt? «Hey, ich bin noch einen Tag in deiner Stadt – Lust und Zeit, mir ein Café oder eine Bar zu zeigen? Jetzt benutze ich meine Dating-App auch in der Schweiz. Schnell klicke ich es weg, weiterscrollen, weiterscrollen.

«Gibt es irgendwelche wichtigen Antworten auf Fragen, die ich noch nicht gestellt habe? » Christoph sitzt im Fitnesscenter auf dem Spinning-Fahrrad, als er meine Nachricht liest. Das macht die Magie dieser App aus und deren Suchtpotenzial: Man kann immer weiter blättern, der Nächstbessere kommt bestimmt.

Alex passt zu 89 Prozent zu mir, oder er «matched», wie man das in der Sprache der Dating-Apps nennt. Oder wie lange meine nächste Beziehung dauern soll – eine Nacht oder 40 Jahre?

Deren gibt es viele; Tinder, C-date, Badoo, Lovoo, Zoosk . Ins Grübeln bringt mich die Frage, ob man einen linken Handschuh, wenn man ihn von innen gegen aussen kehrt, an der linken oder an der rechten Hand anziehen kann.

Doch wie wir dann da gemeinsam vor der Glastür stehen, zuerst einen Blick hinein und dann einen zweiten zu uns werfen, sagen wir wie aus einem Munde: «Wollen wir da wirklich rein? » Worauf manche zutiefst beleidigt reagieren, weil ich sie «allein auf ihr Alter reduziere». Sein Profilbild zeigt ihn als Passagier bei einem Hängegleiterflug. Oder zu Roberto, Schriftsteller, der mich ins Nachtleben von Rom einführt.

Ich antworte: «Den Gleitschirmpiloten hinter dir auf dem Bild, den würde ich nehmen! » Und wenig später: «Warum den Alten nehmen, wenn es einen Neuen gibt? Oder leider auch zu Jochen, der sich für Superman hält und ohne Pause von sich und seiner Jacht erzählt und den ich am liebsten nach zehn Minuten stehenliesse.

Er ist ein amerikanischer Ingenieur, kein Franzose, doch meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Und so komme ich im fortgeschrittenen Alter zu meinem ersten richtigen One-Night-Stand (okay, es ist der zweite, aber der erste liegt so lange zurück, der zählt nicht mehr). Er ist 191 Zentimeter gross, man lernt aus seinen Fehlern.

Wie lange ich in der Stadt sei – noch drei Tage –, keine Zeit zu verlieren – meine Worte. Peter ist interessant, etwas kompliziert, sicher nicht normal, dafür traumatisiert. Bevor es so weit ist, gibt sich Alex allerdings skeptisch. Wir haben betrunkenen, aber guten Sex, vor allem auch sehr lustigen Sex, selten so gelacht beim Akt. Ich treffe ihn zwei Abende später, immer noch Paris, wieder kein Franzose: Österreicher. Dieses Mal bin ich diejenige, die die erste Nachricht schickt.

«Mal schauen, ob hier ein passabler Mann online ist.»Mein Freund, das muss an dieser Stelle erklärt sein, nutzt eine Dating-App für Schwule.